Als ich bei Henry die Lichtmaschine getauscht habe, habe ich auch noch eben einen Adapter zur Aufnahme eines Temperaturfühlers in den Kühlkreislauf gesteckt.
Im Prinzip ist das nichts anderes, als ein Rohr mit einem Anschluss für einen Temperatursensor. Das originale Rohr beinhaltet die obere Entlüfterschraube und sitzt zwischen Kühler und Ladelufkühler. Statt Entlüfterschraube muss jetzt also der Sensor rausgeschraubt werden, das macht aber nicht viel Unterschied. Damit ich beim Einbau nicht zuviel Kühlmittel verliere und hinterher wieder entlüften muss, habe ich durch die Entlüftungsöffnung erstmal ein wenig abgesaugt, bis ich sicher sein konnte, dass so gut wie nichts mehr rauslaufen kann. Dann habe ich die Schellen geöffnet, das alte Rohr entnommen und den Adapter eingesetzt. Durch die Bohrung für den Fühler habe ich dann wieder das zuvor gesammelte Kühlwasser eingefüllt. Beim Öffnen des Ausgleichsbehälters kam es dann auch gleich oben beim Adapteranschluss raus.
Anschließen musste ich das Ganze natürlich auch noch. Dazu zieht man zuerst einmal eine Leitung zum Masseanschluss. Der sitzt passenderweise gleich in der Nähe und geht vom Motorlager an die Karosserie. Da habe ich mich dann gleich mal mit drangehängt, indem ich eine zusätzliche Lasche aus Blech geschnitten, da einen Steckanschluss angebracht, und das zusammen mit dem Masseband wieder angeschlossen habe. Ein separater Masseanschluss für den Fühler muss sein, da der quasi isoliert im nichtleitenden Kühlerschlauch sitzt. Ein Öltemperaturfühler bekommt Masse über das Metall der Ölwanne.
Eine zweite Leitung geht zum Instrument in den Innenraum. Das habe ich entlang diverser Leitungen über die Fahrerseite gelegt und mit Kabelbindern gesichert. Grob vor dem Lenkrad ist eine Gummitülle, durch die die Leitung nach drinnen geführt werden kann. Da dran zu kommen ist natürlich wieder eine ziemliche Qual. Einfach durchschieben ging nicht, dafür sind die Leitungen zu dünn und eben zu flexibel. Im Endeffekt habe ich dann, nach ein paar Fehlversuchen, mit einer langen Nadel die Tülle durchstochen. Die Nadel (keine Ahnung vorher die stammt, schätze aus irgendeiner Industrienähmaschine) hat eine Öse durch die ich einen dünnen Draht gefädelt habe, an dem ich wiederum die Leitung befestigen konnte. Damit konnte ich sie dann durch die Tülle ziehen.
Damit sich das Instrument nicht einsam fühlt, habe ich noch eine zweite Leitung vom Öltemperaturfühler, der schon seit Jahren in der Ölwanne steckte, dazu gepackt. Die Leitungen konnte man noch einigermaßen so verlegen, aber um den Masseanschluss für Beleuchtung und Instrument selbst herstellen zu können, muss der Luftfilterkasten und die dahinterliegende Trennwand raus. Das liest sich im TIS relativ aufwändig, geht aber im Endeffekt ganz passabel. Die Abbildung vom Masseanschluss in der Anleitung entsprach dann nicht ganz der Realität. Möglicherweise sieht das beim Cooper anders aus als beim S. Jedenfalls steckte da eine einsame Schraube in der Spritzwand, an die ich mich dann drangehängt habe. Da kam dann wieder ein selbstgebastelter Masseadapter dran.
Drinnen musste ich dann noch die Stromversorgung für die Instrumente basteln. Dazu kommt einmal Zündungsplus vom Zigarettenanzünder für die Stromversorgung und einmal eine Leitung vom Radiostecker (Klemme 14) für´s Licht. In die Leitung vom Zündungsplus kam dann noch eine Sicherung. Die Stromdiebe und Verbinder die ich dafür verwendet habe, haben mir ein wenig Kopfzerbrechen beschert. Die 4mm² Leitungen vom Zigarettenanzünder passen auch nur so grade. Obwohl die Dinger eigentlich für 4-6mm² geeignet sein sollen. Außerdem wollten die Crimpverbinder nicht so ganz mit meiner Crimpzange kooperieren. Bei einigen Verbindungen sind mir die Leitungen wieder aus den Steckern gerutscht und ich musste neu verbinden. Und wenn die Steckverbinder einmal auf den Anschlüssen der Instrumente stecken, gehen sie kaum wieder runter.
Jetzt noch alles anschließen und wieder zusammenbauen: Licht ist da … nein, wieder weg. Jetzt nur auf einer Seite. Die Zeiger bewegen sich, aber komplett bis zum Endanschlag und dann wieder auf Null, wenn man die Konsole etwas kippt. Ok, da stimmt noch was nicht. Nachdem ich die Verkabelung der Beleuchtung nochmal kontrolliert und etwas umgesteckt habe ging dann zumindest das Licht, die Zeiger bewegten sich aber nicht. Also alles wieder auseinandergenommen und mir fiel dann auch gleich die Zuleitung vom Zigarettenanzünder vor die Füße. Nachdem ich dann alles wieder verkabelt und mit Prüflampe auf Durchgängigkeit gemessen habe funktionierte es dann auch. Die Werte sehen plausibel aus (Öl und Kühlwasser beide bei ca. 90°, normale Fahrt auf dem Weg zur Arbeit) und Licht ist auch da.
Die Wassertemperaturanzeige steigt etwas sprunghaft an, wenn der große Kühlkreislauf öffnet, das ist aber ok. Dann weiß ich zum einen, dass er öffnet und das Thermostat funktioniert, und zum anderen sehe ich immer noch, wenn es zu heiß werden sollte.
Der R53 hat nämlich, zumindest mit Navi, keine Wassertemperaturanzeige. Wobei ich nach dem Lichtmaschinentausch tatsächlich kurz überlegt hatte, doch ein Voltmeter einzubauen. Das lässt sich aber eventuell anders bewerkstelligen.
Aber so bin ich zufrieden und kann Henrys Temperaturhaushalt etwas besser im Auge behalten. Trotzdem will ich bei Gelegenheit nochmal da dran und das Ganze etwas ordentlicher verkabeln, evtl. mit den originalen Adaptern von BMW. Die Konsole sitzt auch nur locker an ihrem Platz, wird aber rundrum mehr oder weniger eingekeilt. Rausfallen kann sie nicht, aber möglicherweise verrutschen. Die gehört eigentlich verschraubt, aber ich komme so nicht an die Stellen dafür ran. Jedenfalls nicht, ohne mir wieder irgendwo Leitungen abzureißen. Zudem ist, warum auch immer, die Halterung vom Zigarettenanzünder zerbröselt. Der hält jetzt nicht mehr und wird zudem von unten vom Kabelabzweig blockiert, guckt also ein Stückchen oben raus.
Die Instrumente von VDO sitzen übrigens unten in der Mittelkonsole in der Original-Konsole. Das Teil selbst war mal eine Weile nicht zu bekommen, ich habe meins mal über eBay-Kleinanzeigen ergattert. Mittlerweile sind aber wohl ein paar Restbestände bei einem Händler für (Obacht) Oldtimer-Ersatzteile aufgetaucht.